IT meets Press || Roundtable ‚Big Data gleich Big Business‘ am 6.6.2013

Dr. Carlo Velten - Experton GroupBig Data – nur ein Hype oder ein Megathema, das die Geschäftswelt und die Gesellschaft verändert? Diesen Fragen ging der Presse-Roundtable „Big Data gleich Big Business“ auf den Grund, zu dem sich eine sechsköpfige Expertenrunde am 6. Juni 2013 in München einfand. Die mit vielen Praxisbeispielen garnierten Beiträge lieferten eine Gesamtschau auf ein facettenreiches Thema – mit Einblicken in neue Geschäftsmodelle, neue Berufsbilder wie das des Data-Scientist, in Infrastruktur- und Datenanalyse-Konzepte sowie mit Implikationen auf strategisches Management und das datengetriebene, adaptive Unternehmen.

 

Günther Stürner - OracleVor zahlreichen IT- und Wirtschaftsjournalisten diskutierten in München IT-Experten der Unternehmen EMC, IBM, Oracle, SAS Institute sowie der Software AG aktuelle Entwicklungen rund um den Megatrend Big Data. Die von den Fachjournalisten Christoph Witte und Wolfgang Miedl moderierte Veranstaltung eröffnete Dr. Carlo Velten, Senior Advisor beim Analystenhaus Experton Group mit einem Blick aus der Vogelperspektive. Er konstatierte dabei eine wachsende Bedeutung von Lösungen rund um Datenmanagement und Analyse, die sich auch in Marktzahlen manifestieren. So prognostiziert sein Unternehmen für dieses Jahr mit Big Data ein Umsatzvolumen von 600 Millionen Euro allein in Deutschland. Beispielhaft verwies er auf Wachstumschancen in Sparten wie der Datenauswertung und -veredelung: „Hier florieren inzwischen Startups mit neuartigen Geschäftsmodellen wie Content Mining und Social Media Monitoring, indem sie Stimmungen im Internet in Echtzeit auswerten – basierend auf Daten von Google und anderen Unternehmen.“

[box type=“info“ align=“alignright“ width=“150″ ]Weiterführende Presseinfos zum Thema „Big Data“ finden Sie in folgenden digitalen Pressemappen als Dropbox-Download: EMC, Experton Group, IBM, Oracle, SAS, Software AG[/box]

Dirk Heitmann - IBM und Dirk Mahnkopf - SAS InstituteDen Big Data-Markt zeichnete der Analyst als Pyramide, an deren Basis sich die Infrastruktur befindet, während sich an der Spitze der Data Scientists als neues Aufgabenprofil konstituiere: „Data Scientists sind Spezialisten, die die neuen Monitoring- und Analyse-Tools beherrschen und aus aggregierten Daten geschäftlich verwertbare Visualisierungen erzeugen“, so Velten. Noch bleiben allerdings viele Potenziale ungenutzt, weil Daten brach liegen und die Unternehmen noch nicht wüssten, wie sie diese nutzenbringend aufbereiten und als Grundlage für Entscheidungen verwenden können.[tabs type=“horizontal“][tabs_head]

Bekannte Technologien und neue Datenklassen

Dirk Mahnkopf - SAS InstituteEinig waren sich die Datenexperten ob der positiven Entwicklungsdynamik dieses Marktsegments, die auf der stetig wachsenden Flut an anfallenden Daten basiert. „Unser Lebens- und Konsumverhalten hat sich grundlegend verändert, fast unsere gesamte Kommunikation und unser Einkauf basiert heute auf datengestützten Verfahren, die Speicherung und Analysen nach sich ziehen“, stellte Dirk Heitmann, Director Business Analytics bei IBM, fest. Doch mit der Zunahme der Daten allein lasse sich das Phänomen Big Data nicht hinreichend erklären, warf Günther Stürner ein, der als Vice President Sales Consulting bei Oracle Deutschland arbeitet. Viele Algorithmen und Ideen im Umgang mit Datenmassen hätten nämlich schon vorher existiert.

Anton Hofmeier - SAS TerracottaWas Big Data hingegen so besonders macht, seien Phänomene wie Daten mit sehr geringer Dichte. Darunter zählen beispielsweise Daten von Sensoren, die zwar auch bisher schon in enormen Mengen angefallen sind, aber erst mit Speicher- und Analysemethoden von Big Data effizient weiterverwendet werden können. Als weiteres Big-Data-Kriterium gilt die Echtzeitverarbeitung, wie Anton Hofmeier, Vorstandsmitglied der Software AG/Terracotta anhand des Kundenbeispiels Ebay/Paypal erläuterte. Um Betrugsversuche abzuwehren, überprüfte Payal in der Vergangenheit während des Login-Vorgangs 50 festgelegte Regeln innerhalb von 150 Millisekunden – völlig unbemerkt vom Benutzer. Nachdem die Zunahme der Hackerattacken verschärfte Abwehrmaßnahmen erforderlich machte, baute Paypal diese Kontrollroutinen im Rahmen eines Big-Data-Projekts aus. Dabei erreichte der Zahlungsdienstleister eine Steigerung auf 1000 Prüfregeln im selben Sekundenbruchteil – und in einem Datenpool von 160 Terabyte.

Dinko Eror - EMCDinko Eror, Senior Director Global Services Lead bei EMC, verwies in diesem Zusammenhang auf wichtige Grundlagenentwicklungen im Bereich der Speichersysteme, die mit Techniken wie Deduplizierung erst die Voraussetzungen für das Speichern und Verwalten der riesigen Datenschätze ermöglichen.

Fraport AG kann mit Big Data Fluggastströme prognostizieren

Stefan Sabatzki - FraportDass es am Ende auf die Analyse ankommt, um aus dem „Rohstoff Daten“ wertvolle Entscheidungsgrundlagen herauszufiltern, erläuterte Dr. Dirk Mahnkopf, Business Advisor bei SAS Institute . Als Praxisbeispiel brachte er den Kunden Fraport AG in Person von Stefan Sabatzki mit in die Runde, der beim Frankfurter Flughafenbetreiber ein Datawarehouse-Projekt umsetzte. Im Zentrum stand hierbei ein sensorbasierendes Überwachungssystem, mit dem der Passagierfluss verbessert und Staus verhindert werden sollen. Auf der Grundlage statistischer Modelle kann die Fraport AG nun mit einer Abweichung von drei Prozent die Fluggastströme in den Terminals vorhersagen und somit Warteschlangen an allen Abfertigungspunkten weitgehend vermeiden.

Am Ende erörterte die Expertenrunde schließlich noch, in welcher Weise Big Data künftig die Unternehmensführung beeinflussen wird. Noch fehle in den Entscheidungsebenen bisher ein Grundverständnis für das enorme Potenzial von Geschäftsdatenanalysen. Doch die Teilnehmer waren sich einig, dass strategisches Management zukünftig nicht mehr darauf verzichten kann und Entscheidungen zunehmend auf Erkenntnissen aus Datenanalysen fällen wird – mit Unterstützung eines Chief Analytics Officers.

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